Donnerstag, Dezember 8, 2022
Politik und RechtKaninchen brutal totgeschlagen: Bildmaterial belegt Tierquälerei in größten Kaninchenzuchtanlage Deutschlands
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Kaninchen brutal totgeschlagen: Bildmaterial belegt Tierquälerei in größten Kaninchenzuchtanlage Deutschlands

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Tiere werden auch für Tierversuche gezüchtet, ein Abnehmer ist Siemens

Kaninchen brutal totgeschlagen: Bildmaterial belegt Tierquälerei in größten Kaninchenzuchtanlage Deutschlands
Kaninchen brutal totgeschlagen: Bildmaterial belegt Tierquälerei in größten Kaninchenzuchtanlage Deutschlands

Dem Deutschen Tierschutzbüro liegt Bildmaterial aus einer der größten Kaninchenzuchtanlage Deutschlands vor. Die Aufnahmen sind in den letzten Monaten bei der Firma Dr. Zimmermann Kaninchen GbR in Abtsgmünd, Ostalbkreis (Baden-Württemberg) entstanden. Dabei handelt es sich um einen besonderen Betrieb, da die in Deutschland und in der EU zur Fleischproduktion am häufigsten genutzte Kaninchenrasse – ZIKA – in dieser Anlage ihren Ursprung hat. ZIKA steht dabei für „Zimmermann Kaninchen„.

Über Monate wurde der Betrieb observiert und mit versteckter Kamera dokumentiert. Das Material wurde dem Deutschen Tierschutzbüro zugespielt. „Die Bilder zeigen tausende Kaninchen, die zusammengepfercht in engen Käfigen leben müssen. Dabei drücken sich die Gitterböden in die empfindlichen Pfoten der Tiere. Artgerecht ist das auf keinen Fall!“, fasst Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender vom Deutschen Tierschutzbüro, die Haltung der Tiere zusammen. Vor allem die ZIKA Weibchen leiden, denn sie müssen bis zu achtmal im Jahr Nachwuchs zur Welt bringen, wobei sie pro Wurf etwa neun Jungtiere gebären. „Die ZIKA-Hybridhäsinnen werden regelrecht als Gebärmaschinen missbraucht, es ist schrecklich“, sagt Peifer.

Die Videobilder zeigen auch eine verdreckte Käfighaltung und, dass kranke sowie verletzte Tiere ganz offenbar nicht tierärztlich versorgt, sondern sich selbst überlassen werden. Einige der Tiere haben zudem Kokzidien, eine Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, die zu starkem Durchfall, Gewichtsverlust und letztlich zum Tod führen kann. „Einzelne Tiere haben für die Verantwortlichen keinen Wert und deswegen ist es ihnen schlichtweg egal. Am Ende zählt nur die Masse und der Profit“ so Peifer.

Der Hauptvorwurf ist jedoch, dass offenbar erkrankte Tiere tierschutzwidrig notgetötet werden, indem sie einfach auf den Boden ge-, oder mit einer Eisenstange erschlagen werden. Viele der Tiere überleben jedoch diesen Gewaltakt und zeigen noch deutliche Anzeichen von Bewusstsein. Die versteckten Aufnahmen haben dies dutzendfach dokumentiert, sodass davon ausgegangen werden kann, dass es sich hierbei um eine gängige Praxis in dem Betrieb handelt. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass diese gesetzeswidrige Methode in den Aufnahmen durch verschiedene Mitarbeitende durchgeführt wird. „Beim Sichten der Videoaufnahmen ist mir vor allem ein weißes Kaninchen aufgefallen, welches am frühen Morgen mit einer Stange geschlagen wurde. Nach dem Schlag schaute die Person einfach dabei zu, wie es sich auf dem Boden quälte. Erst nach zwei Stunden schlug die Person erneut zu, was erst dann offenbar zum Tod führte. Das Tier muss Höllenqualen gelitten haben“, empört sich Peifer. Diese Art des Tötens ist nach dem Tierschutzgesetz verboten, denn um sicher zu gehen, dass die Tiere wirklich kein Bewusstsein mehr haben und tot sind, muss ein Kehlschnitt erfolgen, damit die Tiere ausbluten. „In den dokumentierten Monaten erfolgte dies zu keinem Zeitpunkt“, sagt Peifer.

Rund 20 Millionen Kaninchen werden jedes Jahr in Deutschland gegessen, dabei stammen die meisten aus einer industriellen Kaninchenmast mit Gitterböden ohne Auslauf. Dennoch wird das Fleisch als Delikatesse verkauft. Neben Schlachthöfen und anderen Kaninchenmastanlagen zählt aber auch u.a. ein Tierversuchslabor zu den Abnehmern der Kaninchen. Ein Recherche-Team hat mehrfach einen LKW verfolgt, der von der Kaninchenanlage nach Marburg (Hessen) auf ein Gelände gefahren ist, wo auch die Firma Siemens Healthcare einen Sitz hat. Dort betreibt das Unternehmen ein Tierversuchslabor. Wie viele Tiere dort aktuell gehalten und welche Versuche durchgeführt werden, ist unklar. „Da Tierversuchslabore in der öffentlichen Kritik stehen, geben sie meist keinerlei Auskunft“, so Peifer. Bis Ende der 1990er Jahre wurden in dem Labor bis zu 40.000 Kaninchen pro Jahr genutzt, wie aus einer Anfrage an den hessischen Landtag hervorgeht. Offenbar werden die Kaninchen für „blutbasierte Produkte“ verwendet. Darunter versteht man die Produktion von polyklonalen Antikörpern, sowie Seren. Das Europäische Validierungszentrum ECVAM empfiehlt, dass sowohl polyklonale als auch monoklonale Antikörper tierischen Ursprungs nicht mehr eingesetzt werden sollen, da es gleichwertige oder bessere Methoden zur Herstellung gibt. „Siemens verwendet offenbar zigtausende Kaninchen und tötet sie für etwas, das laut EU längst ersetzt werden kann und sogar soll“, so Peifer.

Das Deutsche Tierschutzbüro hat Anfang Mai eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Ellwangen (Jagst) erstattet (AZ 45 Js 9153/22), sowie das zuständige Veterinäramt informiert. „Wir fühlen uns erneut darin bestätigt, den Menschen die vegane Lebensweise zu empfehlen, denn nur so kann Tierquälerei wie diese nachhaltig beendet werden“, so Peifer, der abschließend auf die Webseite und das Ernährungsprogramm www.Twenty4VEGAN.de verweist.

Foto- und Videomaterial senden wir auf Anfrage zu.

Weitere Informationen unter: https://www.tierschutzbuero.de/recherche-kaninchenmast

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Deutsches Tierschutzbüro e.V.
Herr Jan Peifer
An der Autobahn 23
53757 Sankt Augustin
Deutschland

fon ..: 02241-261549-2
fax ..: 02241-261549-1
web ..: http://www.tierschutzbuero.de
email : Presse@tierschutzbuero.de

Das Deutsche Tierschutzbüro ist ein eingetragener Verein, der sich für mehr Rechte von Tieren einsetzt. Die bundesweit tätige Organisation ist als besonders förderungswürdig anerkannt und gemeinnützig. Weitere Informationen unter www.tierschutzbuero.de

 

Pressekontakt:

Deutsches Tierschutzbüro e.V.
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An der Autobahn 23
53757 Sankt Augustin

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