Wirtschaft und Finanzen WHU-Studie: Familienunternehmen attestieren sich mehrheitlich selbst Defizite in der Entwicklung bahnbrechender Neuerungen

WHU-Studie: Familienunternehmen attestieren sich mehrheitlich selbst Defizite in der Entwicklung bahnbrechender Neuerungen

Frankfurt am Main (ots) –

– Insgesamt wurden 689 deutsche Familienunternehmen befragt – 87 Prozent erkennen Neues, aber nur 43 Prozent sagen, dass sie auch in der Lage sind, dies adäquat zu nutzen – Weitere Konzentration auf Effizienzgewinne wird vielen keinen Weg aus der Krise heraus weisen

56 Prozent der untersuchten Unternehmen arbeiten an der regelmäßigen Verbesserung ihrer Geschäftsprozesse. 44 Prozent bringen kontinuierlich neue Ideen und Innovationsansätze in ihr Geschäftsmodell ein. “Diese Daten basieren auf einer umfangreichen wissenschaftlichen Studie vor dem Ausbruch der Corona-Krise”, sagt Professorin Nadine Kammerlander, Leiterin des Lehrstuhls Familienunternehmen an der WHU, die diese Studie inhaltlich begleitet hat. “Die Schlussfolgerungen, die diese Daten ermöglichen, sind besonders für diese Krise ernüchternd. Schon zuvor war eine Fokussierung auf die Verbesserung von Effizienz kritisch zu hinterfragen.”

Nadine Kammerlander sagt: “Durch die jetzt entstandene Krise werden viele Produkte und Dienstleistungen auch nach ihrem Ende vielleicht nicht mehr benötigt werden. Es werden darum für viele deutsche Unternehmen spürbare Innovationen nötig sein, um langfristig weiter am Markt bestehen zu können.”

17 Prozent der Unternehmen halten ihre Neuentwicklungen für ‘bahnbrechend’

Immerhin 27 Prozent sagen von sich, dass die entwickelten Produktinnovationen in der gesamten Branche regelmäßig relevante Neuerungen darstellen. Jeweils 17 Prozent halten ihre Neuentwicklungen für ‘bahnbrechend’ oder bauen diese auf ‘revolutionären’ technologischen Veränderungen auf. Nur jedes zehnte Unternehmen hat angegeben, dass sein Geschäftsmodell die Art und Weise, wie Geschäftsabschlüsse zustande kommen, revolutionieren würde. 87 Prozent schätzen ein, neues Wissen recht schnell zu erkennen. Dieses Wissen dann aber auch über konkrete Veränderungen zu implementieren, das traut sich nicht einmal die Hälfte (43 Prozent) selbst zu.

Nadine Kammerlander sagt: “Um aus dieser Krise zu kommen, bedarf es für viele nicht nur schmerzhafter Einschnitte im Jetzt – sondern vor allem viel Mut und Selbstvertrauen in der Zukunft. Dazu reicht es nicht aus, Neuerungen zu erkennen. Sondern Unternehmen müssen jetzt die strukturellen und prozessualen Möglichkeiten schaffen, diese Innovationen dann auch konsequent in Richtung Markt umzusetzen.”

Coronakrise verhindert eine Gesundung durch Fokussierung auf mehr Effizienz ohne echte Innovation

Mike Zöller, Partner der auf Restrukturierung spezialisierten Beratungsgesellschaft Andersch sagt: “In der jetzigen Krise treffen wir auf viele Unternehmen, denen aufgrund der neuen Rahmenbedingungen die Geschäftsgrundlage drastisch wegbricht. Das trifft diejenigen Unternehmen umso mehr, die schon zuvor mit strukturellen Problemen zu tun hatten. Wem es gelingt, sich jetzt zu behaupten, der sollte vor allem sein grundsätzliches Verständnis von Innovationskultur überprüfen. Es gibt Geschäftsmodelle, die werden auch nach einer Gesundung der Wirtschaft schlicht und einfach nicht zurückkehren. Hier wird es nur zwei Wege geben: das Geschäft zu schließen oder es so stark zu verändern, dass es wieder einen Markt findet. Eine Fortschreibung der Geschichte durch das Erzielen weiterer Effizienz wird nicht mehr ausreichen.”

Über die Studie:

Die Studie ‘Digitale Transformation im Mittelstand und in Familienunternehmen’ wurde durchgeführt am Lehrstuhl für Familienunternehmen der WHU Otto Beisheim School of Management unter der Leitung von Prof. Dr. Nadine Kammerlander und mit Unterstützung der Beratungsgesellschaft ANDERSCH. Die Untersuchung geht der Frage nach, wie der aktuelle Status der Digitalen Transformation heute in diesem Unternehmenssegment zu bewerten ist. Dazu wurden 1.727 Top-Entscheider aus 1.444 Unternehmen befragt, davon 689 Unternehmen in mehrheitlichem Familienbesitz und 755 im Nicht-Familienbesitz. 94 Prozent der Antwortgeber sind Führungskräfte, davon 53 Prozent Mitglieder der Geschäftsführung/des Vorstands und 34 Prozent der/die jeweils Vorsitzende dieses Gremiums.

Auszüge aus der Untersuchung sind auf Anfrage hier erhältlich: https://whu.edu/d e/fakultaet/entrepreneurship-and-innovation-group/familienunternehmen/ (https:// www.whu.edu/de/fakultaet/entrepreneurship-and-innovation-group/familienunternehm en/)

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